Wohin mit Altkleidern? – 5 Tipps, wie du alte Kleidungsstücke richtig entsorgst

Spätestens seit Marie Kondo sind viele Menschen im Aussortier-Fieber und wollen sich von unnötigem Ballast befreien. Das gilt auch für die Massen an Kleidern, die viele von uns im Kleiderschrank haben. Vielleicht hast du dich auch gerade durch deinen Kleiderschrank gewühlt, und einige Kleidungsstücke aussortiert.

Zunächst ein kleiner Hinweis vorweg: Wir finden es toll, wenn du dich von Gegenständen oder Kleidungsstücken befreist, die dir keinen Nutzen mehr bringen, weil du dich darin nicht mehr wohl fühlst, sie dir einfach nicht mehr passen oder kaputt sind.

Kleidungsstücke auszusortieren, nur weil sie kleinere Löcher oder fehlende Knöpfe haben, solltest du aber nicht machen. Das ist nicht unbedingt nachhaltig. Wenn dir die Sachen noch gefallen, kannst du sie einfach zum Schneider geben. Oder besuche doch mal einen Nähkurs, damit du kleinere Näharbeiten selbst erledigen kannst. Wichtig ist, Kleidung möglichst lange zu tragen, damit sich die Kosten pro Tragen, sowohl für die Umwelt, als auch für deinen Geldbeutel, reduzieren. Das erreichst du durch Reparaturen kleinerer Makel.

Egal aus welchen Gründen du deine Klamotten aussortiert hast, danach kommst du immer an denselben Punkt. Du stehst vor den Tüten (oder Bergen) voller aussortierter Kleidung und stellst dir die Frage: Und jetzt? Wohin damit? Vor allem, wenn du möglichst umweltbewusst und sozial handeln willst.

Klar, die einfachste Variante, die jedem dazu erst einmal in den Sinn kommt, ist der nächstgelegene Altkleidercontainer. Vielleicht hast du aber schon mal davon gehört, dass diese Container nicht unbedingt die beste Wahl für deine Altkleider sind. Wieso das so ist, und wie du deine Kleidung stattdessen entsorgen kannst, erklären wir dir in diesem Artikel.

Let’s go.

Wieso du deine Kleidung nicht in Altkleidercontainern entsorgen solltest

Altkleidercontainer findest du an vielen Straßenecken oder auf Supermarkt-Parkplätzen. Es gibt Container privater Firmen oder aber die von karitativen Organisationen wie z.B. auch dem Deutschen Roten Kreuz. Altkleidercontainer sind also bequem überall erreichbar und du kannst deine Kleidung jederzeit schnell loswerden. Doch was passiert dann damit?

Was du vermutlich denkst was passiert: Deine aussortierte Kleidung landet ohne Umwege und ohne Kosten für die Abnehmer bei bedürftigen Menschen, die diese Kleidung kostenlos erhalten und sich darüber freuen können.

Was tatsächlich passiert: Gut erhaltene Kleidung wird nicht an Bedürftige gegeben, sondern an Secondhand-Geschäfte in Deutschland oder im Ausland verkauft. Leicht kaputte oder für Secondhand-Läden minderwertige Ware wird nach Afrika, Asien oder Südamerika verschifft, und dort auf Märkten an die Einheimischen verkauft. Das passiert mit ca. 60 Prozent der Altkleider. Komplett kaputte und unbrauchbare Kleidung wird recycelt und z.B. zu Dämm-Materialien für Autos. Das betrifft ca. 15 Prozent der Kleiderspenden.

Das klingt im ersten Moment vielleicht gar nicht so schlecht. Und zugegeben, dass Altkleider recycelt werden, finden wir auch prinzipiell gut. Das Problem liegt eher an den Kleidungsstücken, die in Afrika, Asien und Südamerika landen. Dort werden sie nämlich auf Märkten zu einem Spottpreis verkauft, was super ist für die Einheimischen, denn sie können sich dann „coole“ Markenklamotten leisten.

Der Nachteil: Niemand kauft mehr Kleidung der lokalen Textilindustrie. Somit mussten in der Vergangenheit schon viele Fabriken schließen. Laut der NDR-Doku „Die Altkleiderlüge“ wurden so alleine in Tansania ca. 80.000 Menschen arbeitlos. Und das nur aufgrund unserer Altkleider. Vermutlich ist die Zahl mittlerweile weltweit gestiegen, da die Menschen immer mehr und immer schneller Kleider konsumieren und aussortieren.

Wieso Altkleidercontainer von Hilfsorganisationen nicht ganz so schlimm sind

Fairerweise wollen wir noch erwähnen, dass es ja eigentlich logisch ist, dass weder private Containersteller, noch die karitativen Hilfsorganisationen alles kostenlos machen können. Denn Kleidung sortieren und versenden kostet Geld – vor allem in den Massen, in denen das heutzutage vonstatten gehen muss.

Im Zweifel würden wir dir – sollten wir darauf festgenagelt werden – die Container von Hilfsorganisationen „empfehlen“. Zum Beispiel die des Deutschen Roten Kreuzes. Hier werden von den überschüssigen Einnahmen immerhin soziale Projekte gefördert. Unter keinen Umständen solltest du aber private Container mit deiner Kleidung befüllen. Hier geht es ausschließlich um den Profit des Unternehmers.

Wieso du deine Kleidung nicht über Altkleidercontainer entsorgen solltest

5 Tipps, wie du deine Altkleider stattdessen entsorgen kannst

Es gibt viele Wege, wie du deine Altkleider richtig entsorgen kannst. Dabei wollen wir vor allem den Fokus auf Nachhaltigkeit und Umwelt setzen. Das bedeutet, dass die Kleidungsstücke am besten weiter getragen werden, und sich somit ihr Produktlebenszyklus verlängert. Allein die Verlängerung der Lebensdauer unserer Kleidung von einem auf zwei Jahre kann die CO2 -Emissionen um 24 % reduzieren!

Im Folgenden stellen wir dir 5 Möglichkeiten vor, wie du deine Kleidung nachhaltig und zum Teil sogar für dich persönlich gewinnbringend „entsorgen“ kannst.

1. Online Verkaufen

Heutzutage haben wir die Möglichkeit, unsere Kleidung super einfach online zu stellen und an glückliche Neubesitzer zu verkaufen. Persönlich verwenden wir dazu am liebsten kleiderkreisel.de. Du kannst aber auch über diverse Flohmarkt-Apps oder ebay-kleinanzeigen verkaufen. So machst du mit deinen Altkleidern noch ein bisschen Geld, und der Produktlebenszyklus deiner Kleidung wird verlängert. Das ist gut für die Umwelt, gut für deinen Geldbeutel, und der neue Besitzer bzw. die neue Besitzerin deines Kleidungsstückes freut sich auch noch. (Alle erwähnten Apps oder Seiten sind unbezahlte Nennungen.)

2. Auf Flohmärkten verkaufen

Eine weitere gewinnbringende Möglichkeit, deine Kleidung loszuwerden: Flohmärkte. Gegen eine kleine Standgebühr kannst du dich anmelden und dort deine Kleidung verkaufen. Ich würde dir hier nur empfehlen, speziell auf Kleider-Flohmärkte deiner Zielgruppe zu gehen. Zum Beispiel „Mädels-Flohmärkte“ oder „Baby-Flohmärkte“. Suche dazu einfach mal online, ob es so etwas in deiner Nähe gibt.

3. Verschenken

Du kannst deine Kleidung auch einfach an Freunde oder Familie verschenken. Vielleicht organisierst du auch mal eine Tauschparty und machst daraus sogar ein kleines Event. Egal wie: Deine Kleidung bekommt auch hier noch einmal einen neuen Besitzer, und wird weiter getragen.

4. Spenden – direkt an soziale Einrichtungen

Eine weitere gute Möglichkeit, deine Altkleider loszuwerden, ist sie direkt an karitative Einrichtungen zu spenden. Ohne Umweg über die Altkleidercontainer. Meistens ist das genauso stressbefreit: Hinfahren, abladen, wegfahren. Fertig.

Wir haben z.B. nicht nur Kleidung, sondern auch alte Haushaltsgegenstände oder DVDs und Bücher direkt an unsere städtische Diakonie gegeben. Von dort aus werden sie an karitative Secondhand-Läden weitergegeben.

Du findest soziale Einrichtungen in deiner Nähe z.B. über wohindamit.org. (Werbung unbezahlt)

Eine weitere Spendenmöglichkeit sind Altersheime oder Frauenhäuser. Frag am besten direkt vor Ort nach, ob und welche Spenden erwünscht sind. Du kannst deine ausrangierte Kleidung auch deinem Lieblings-Secondhand-Geschäft. Hier unterstützt du damit immerhin die Besitzerin oder den Besitzer des Geschäftes.

5. Upcycling – Kleidung neues Leben geben

Falls du selbst bereits Nähmaschinen-Skills hast, kannst du aus wirklich kaputter oder abgetragener Kleidung ganz einfach tolle Upcycling-Projekte machen. Eine Tasche aus Jeansresten, Abschminkpads aus alten Handtüchern, Patchwork-Decken. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Du kannst dazu einfach auf Pinterest gehen, und dir Inspiration und Anleitungen suchen. Wir haben auf unserem Pinterest Account eine extra Pinnwand „Upcycling Kleidung“ mit unseren Lieblingsideen.

Falls du selbst nicht so nähbegabt bist, kannst du die Klamotten einer kreativen Freundin schenken, oder du meldest dich einfach mal zu einem Nähkurs an, und lernst eine neue Fähigkeit. Ich habe das vor einigen Jahren gemacht, und finde es super cool selbst Kleidungsstücke und Taschen herstellen zu können – ganz nach meinen eigenen Vorstellungen, oder auch einfach mal ein Loch zunähen zu können. Vielleicht ist das ja auch etwas für dich.

Unser Fazit

Generell sind wir der Meinung, dass es wichtig ist seinen Konsum zu reduzieren. Das gilt auch für Kleidungsstücke. Dazu gehört deine vorhandene Kleidung möglichst lange und ausgiebig zu Tragen, und bestenfalls mehrfach zu reparieren, um die „costs per wear“ – also die Kosten pro Tragen – geringer werden.

Wir verstehen aber auch, dass du dich ab und zu von Altlasten befreien willst, und frischen Wind im Kleiderschrank brauchst. So geht es uns ja auch.

Wenn wir Kleidung aussortieren, vermeiden wir Altkleidercontainer komplett. Stattdessen verkaufen oder verschenken wir ausrangierte Kleidung, oder spenden direkt an unsere städtische Diakonie. Das gilt auch für Haushaltswaren & Co. Wir waren auch schon öfter auf Flohmärkten, allerdings steckt da schon mehr Aufwand dahinter, und es ist nicht immer erfolgreich.

Wir hoffen, wir konnten dir mit diesem Beitrag ein paar Inspirationen geben, wie du deine Altkleider sinnvoll und nachhaltig entsorgen kannst. Hast du noch Fragen? Dann schreib uns gerne einen Kommentar oder melde dich auf Instagram. Wir würden uns freuen, wenn du dich mit uns auf Instagram verbindest.❤

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Caro
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