6 Schritte zu weniger Konsum, mehr Geld und einer besseren Umwelt

Wie viel Haben ist für das Sein notwendig? Wie viel Geld geben wir im Monat für Konsum aus? Und welche Auswirkungen hat unser Konsum auf die Umwelt?

Wir Durchschnittseuropäer besitzen ca. 10.000 Dinge.

10.000 Dinge die Teil unserer Identität sind, uns Halt geben, und uns in der Gesellschaft positionieren. Doch wie viele dieser 10.000 Dinge benutzen wir auch wirklich aktiv? Welche Dinge brauchen wir wirklich zum Leben? Vermutlich nur einen Bruchteil davon.

Trotzdem geben wir Deutschen monatlich mehrere Hundert Euro für Konsumgüter aus. Dazu zählen Ausgaben für Klamotten, Luxusgüter, Elektrogeräte, Einrichtungsgegenstände, etc. Konsum ist ein fester Bestandteil unseres Alltags, und „Shopping“ passiert in Zeiten des Internets gerne mal einfach so, nebenbei.

Das führt nicht nur zu überfüllten Kellern und Dachböden, Schubladen voller Kleinkram, und überquellenden Kleiderschränken, sondern auch zu weniger Geld auf dem Konto, und einem viel zu hohen Verbrauch von Umweltressourcen.

„Aber neue Dinge kaufen macht doch Spaß und glücklich!“ Würden viele jetzt vielleicht sagen. Und ja, sicherlich, einen Moment lang bist du nach einem Einkauf tatsächlich glücklich. Dann vielleicht nochmal bei der ersten und vielleicht auch zweiten Benutzung deiner neuen Errungenschaft. Danach liegt das Teil häufig irgendwo rum, wird nicht mehr gebraucht, und macht auch nicht mehr glücklich. Aber es ist ein Teil unserer Identität geworden, und es loszuwerden kostet Überwindung, die wir meistens dann doch nicht aufbringen.

Und blickst du dann in deine vollen Schränke und Schubladen, oder stehst in deinem Keller, in dem du dich kaum noch umdrehen kannst, macht Konsum dann eben doch nicht glücklich, sondern belastet nur.

Wie befreiend es ist, sich zu reduzieren, haben die Anhänger des Minimalismus bereits verstanden. Sie besitzen nur noch die essentiellen Dinge, die sie zum Leben brauchen, und sonst keinen weiteren „unnötigen Kram“. Und sicherlich hat diese Art zu leben seine Vorteile: Mehr Geld, mehr Platz, mehr Freiheit, und tatsächlich auch ein besserer ökologischer Fußabdruck.

Aber du musst nicht zum Hardcore-Minimalisten werden, um das alles zu bekommen. Es reichen auch kleinere Schritte hin zu weniger Konsum, um dich leichter und freier zu fühlen, mehr Geld zu sparen und dabei der Umwelt etwas Gutes zu tun.

Wie das geht, erfährst du hier und jetzt 🙂

Los geht’s!

Negative Auswirkungen von Konsum auf unsere Umwelt

Durch unseren täglichen Konsum hinterlässt jeder von uns einen eigenen sogenannten „ökologischen Fußabdruck„. Unser ökologischer Fußabdruck gibt an, wie viele „Erden“ – also wie viele Ressourcen der Erde – wir durch unser Dasein auf diesem Planeten, und vor allem durch unseren täglichen Konsum, verbrauchen.

Seit vielen Jahren verbrauchen wir Menschen bereits mehr Ressourcen, als unsere Erde hergibt. Die negativen Umweltauswirkungen unseres Konsums sehen wir nicht zuletzt an der Klimaerwärmung, den überquellenden Mülldeponien, und den Weltmeeren voller Plastik.

Besonders die Industrienationen sind dabei Schuld an der Ressourcenverschwendung. Obwohl sie nur ca. 20% der Weltbevölkerung ausmachen, verbrauchen sie stolze 85% aller Ressourcen. Dabei haben wir Deutschen den doppelten Bedarf des Weltdurchschnitts – wir bräuchten zwei Erden, um unseren Jahresbedarf an Ressourcen zu erfüllen.

Es liegt also auf der Hand, dass wir unseren ökologischen Fußabdruck verringern sollten. In die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks fallen die Bereiche Wohnen, Ernährung, Mobilität, Freizeitkonsum (Bekleidung, Handy, etc.). In diesen Bereichen kannst du durch große und kleine Veränderungen deine Umweltbilanz verbessern.

Falls du noch Klarheit benötigst, in welchen Bereichen du besonders verschwenderisch lebst, kannst du deinen persönlichen ökologischen Fußabdruck testen. Gehe dazu einfach auf https://www.fussabdruck.de/ und mach den Fußabdrucktest.

Wir wollen dir in diesem Beitrag zeigen, wie du deinen Konsum hinsichtlich deiner Ausgaben für „Luxusgüter“ reduzierst, und damit einen Teil deines ökologischen Fußabdrucks verbessern kannst. Denn je weniger neu produzierte Konsumgüter du dir kaufst, desto weniger Umweltressourcen werden verbraucht. Neu produzierte Konsumgüter verbrauchen Wasser, Land, CO2, und weitere Ressourcen. Chemikalien geraten in Umlauf und haben zusätzliche negative Auswirkungen auf unsere Umwelt.

Leider hat Konsum eine große Rolle in unserem Alltag eingenommen. Eine große Wohnung, das neueste Handy, die teuersten Klamotten, das dickste Auto. Das alles sind Statussymbole, die unseren Selbstwert aufmöbeln und uns in der Gesellschaft positionieren. Schlaues Marketing fängt uns dabei immer wieder ein und zeigt uns, was wir alles noch nicht haben, aber dringend brauchen. Dafür geben wir monatlich einen nicht unbeträchtlichen Teil unseres hart erarbeiteten Geldes aus.

Aber keine Sorge! Es gibt ein paar einfache Tipps, die dir helfen, deinen Konsum zu reduzieren. Unsere Tipps haben wir bereits selbst an uns getestet, und haben dadurch unsere Konsumausgaben stark reduziert.

Ein Beispiel: Früher habe ich bis zu 300€ (und mehr) für Klamotten ausgegeben. Heute gebe ich monatlich weniger als 50€, teilweise sogar gar nichts, für Klamotten aus.

Wie du das auch schaffen kannst, dabei Geld sparen und etwas für die Umwelt tun kannst, erfährst du im folgenden Abschnitt:

6 einfache Tipps, um deinen Konsum zu reduzieren

Bewusstsein schaffen – Analysiere deine Kontoauszüge

Ein brutaler, aber auch brutal wirksamer Tipp im Kampf gegen unnötigen Konsum: Schau dir dein Konto an, und erstelle eine Übersicht über deine Ausgaben. Neben regulären Fixkosten für Miete, Lebensmittel, Versicherungen & Co. sind dort auch alle deine Konsumausgaben für Shopping & Co. verbucht.

Übersicht über die monatlichen Ausgaben für Konsumgüter um den eigenen Konsum zu reduzieren
Beispielhafte Ausgaben innerhalb eines bestimmten Zeitraums in der Übersicht.

Bei meiner persönlichen Konto-Analyse bin ich folgendermaßen vorgegangen: Ich habe mir über einen Zeitraum von 3 Monaten alle Ausgaben für Konsumgüter – also Klamotten, Einrichtungsgegenstände, Elektro- und Haushaltsgeräte, etc. – aufgeschrieben, und danach Ausgaben für dieselben Unternehmen (z.B. nach Online-Shop) aufsummiert. So hab ich damals herausgefunden, dass ich im Schnitt bis zu 350€ pro Monat nur für Bekleidung ausgebe. Autsch.

Summierte Kontoausgaben in der Übersicht auf einem Block notiert
Beispielhafte Ausgaben aufsummiert nach Shop und „Bereich“ (z.B. Kleidung, Wohnung, Ausgehen, etc.)

Wenn du dir so vor Augen führst, wo dein Geld monatlich hinfließt, und wie (teilweise erschreckend) viel Geld du dafür ausgibst, anstatt es z.B. zu sparen und sinnvoll zu investieren, vergeht dir die Lust am konsumieren relativ schnell.

Werbung meiden – Newsletter, Kataloge, Influencer & Co.

Werbung erreicht uns auf vielerlei Wegen und manipuliert uns dazu, bestimmte Produkte zu kaufen. Sei es die Postwurfsendung, das Plakat an der Bushaltestelle, der TV-Werbespot während unserer Lieblingssendung, Werbeeinblendungen auf Websites, Newsletter, Kataloge, Flyer, Influencer, Youtube-Commercials, uvm. Alles verleitet uns dazu, gewisse Produkte zu kaufen. Die Liste an Werbeflächen ist lang und Werbung zu vermeiden ist schwer, aber nicht unmöglich.

Newsletter und Kataloge kannst du mit wenigen Klicks abbestellen. Ein Ad-Blocker schützt dich vor Werbeeinblendungen auf Websites, und TV-Werbespots kannst du einfach stumm schalten, und währenddessen ein bisschen aufräumen oder auf Social Media abhängen.

Apropos Social Media: Hier kannst du Werbe-Influencern, die dir quasi täglich ein neues teures Produkt andrehen wollen, einfach entfolgen. Glaube mir, das hat eine große Auswirkung auf dein Konsumverhalten!

Abwarten und Wunschlisten schreiben

Häufig kaufen wir aus einem Impuls heraus. Einer schlechten oder besonders guten Stimmung. Wir wollen unser Belohnungssystem und Glücksgefühle aktivieren, und greifen unüberlegt zu. Jeder hat vermutlich solche Spontankäufe zuhause rumfahren, die in dem Moment dringend sein mussten, uns einen kurzen Moment der Freude beschert haben, und jetzt in irgendeiner Schublade einstauben.

Das beste Mittel gegen Spontankäufe: Abwarten. Wenn du denkst, dass du ein Produkt dringend brauchst, dann schreib es auf eine Wunschliste. Ich verwende dazu einfach die „Notizen“-Funktion auf meinem Handy.

Warte dann ein bis zwei Wochen – bestenfalls länger – ab. In dieser Zeit kannst du darüber nachdenken, ob du das Produkt wirklich brauchst. Du kannst dir auch jedes Mal, wenn du das Produkt gerne verwendet hättest, auf deiner Wunschliste einen Strich dahinter machen. So erkennst du am Ende des Zeitraums, ob du es tatsächlich benutzt hättest.

Hast du auch nach ein paar Wochen immer noch das Bedürfnis, das Produkt zu kaufen: Feel free. Besonders umwelt- und budgetfreundlich wäre es dann, wenn du versuchst, das Objekt deiner Begierde Second Hand zu kaufen.

Erfahrungsgemäß kann ich dir aber sagen, dass das meiste auf deiner Wunschliste irgendwann ungekauft abgehakt wird. Es ist wirklich selten passiert, dass ich etwas dann wirklich gekauft habe. Mit etwas Abstand erkennst du einfach viel klarer, ob sich die Ausgabe wirklich lohnen würde.

Bestimme ein Budget für „Luxusgüter“ – und halte dich daran

Ein hilfreicher Tipp, den ich selbst erst seit kurzem umgesetzt habe: Erstelle ein eigenes Konto für Konsumausgaben und setze dir ein kleines aber feines Budget, welches du nicht überschreiten kannst. Sprich: Setze dein Kontolimit auf 0€, und stelle alle automatischen Lastschriften für Konsumausgaben (z.B. durch paypal, amazon & Co.) auf dieses Konto.

Ist das Konto leer, musst du bis zum nächsten Monat warten, um etwas zu kaufen. Ist am Ende des Monats noch etwas übrig, spare es für eine größere Anschaffung oder gib es im nächsten Monat als zusätzliches Budget aus.

So kann es dir nicht passieren, dass du versehentlich mehr ausgibst, als du kannst, weil du unbewusst dein Limit überschreitest, oder Geld ausgibst, das du eigentlich zur Deckung deiner Fixkosten benötigst.

Leihen statt Kaufen

Ein weiterer Tipp um Umweltressourcen und Geld zu sparen: Dinge einfach ausleihen.

Du gehst zum ersten Mal in den Skiurlaub und hast keine Ausrüstung? Du hast Lust zu nähen, hast aber keine eigene Nähmaschine? Du willst dringend eine Saftkur machen, hast aber keinen Entsafter?

Kein Grund direkt alles neu zu kaufen! Frage erst einmal im Freundes- und Familienkreis nach, ob jemand das benötigte Wunschobjekt besitzt und dir ausleihen kann. Achte aber bitte darauf, dass du sorgsam mit dem Eigentum deiner Freunde oder Familie umgehst, und es zum ausgemachten Zeitpunkt wieder zurückgibst.

Damit du nicht den Überblick verlierst, kannst du dir auch hier eine Liste schreiben, welches Gerät oder Bekleidungsstück du von welcher Person geliehen hast. Eine Erinnerung im Kalender sorgt dafür, dass du Rückgabetermine nicht verpasst.

„No Spend“-Tage oder Monate

Manchmal ist uns gar nicht bewusst, wie oft wir am Tag auf Online-Shops abhängen, oder uns über den nächsten Kauf Gedanken machen.

Mir persönlich passiert das oft über Instagram: Ich sehe z.B. eine schön eingerichtete Wohnung, und möchte dann ähnliche Deko haben. Schwupps bin ich im World Wide Web unterwegs und nicht selten ist dann einfach so zack zack etwas gekauft. Ich sage mal so: Ich habe noch einiges an unbenutzter Deko rumliegen, und beim letzten Flohmarkt hat eine erstaunliche Menge davon bereits neue Besitzer gefunden.

Um sich seiner Einkaufsgewohnheiten bewusst zu werden (wobei auch die Konto-Analyse hilft), und um Geld zu sparen helfen sogenannte „No Spend“-Tage, oder sogar ganze „No Spend“-Monate. An diesen Tagen oder in diesem Zeitraum gibst du keinerlei Geld für Konsumgüter aus. Es werden also weder Klamotten, noch neue Haushaltsgeräte noch irgendein sonstiger „Schischi“ gekauft.

Glaube mir, sobald du dir „verbietest“ nichts zu kaufen, bemerkst du erst einmal, wie oft du unbewusst – einfach mal so nebenbei – Geld ausgibst. Und du bemerkst, wie viel Zeit du auf einmal zur Verfügung hast, wenn du sie nicht auf allen möglichen Online-Shops, zusammen mit deinem Geld, verschwendest.

Während eines „No-Spend“-Monats kannst du dir aber auch einfach intensiver Gedanken zu deiner Wunschliste machen, und investierst danach viel bewusster dein angespartes Geld.

Unser Fazit – Bewusster konsumieren macht Spaß und ist gut für die Umwelt

Den eigenen Konsum zu reduzieren ist wirklich nicht schwer. Vieles hängt damit zusammen, sich von äußeren Einflüssen zu distanzieren und sich der eigenen Ausgaben wirklich bewusst zu werden.

Wir sagen also nicht, dass du dir gar nichts mehr kaufen darfst. Es geht einfach darum, sich bewusster mit der Frage „Brauche ich das wirklich?“ auseinanderzusetzen.

Für uns hat es sich unglaublich befreiend angefühlt, weniger Zeit für Online-Shopping & Co. aufzuwenden, unsere Wunschlisten zu pflegen, und dann auch vieles Second Hand zu kaufen oder zu leihen.

Es macht einfach auch Spaß, sich bewusst zu verbessern und dabei auch noch etwas für die Umwelt zu tun. Wir waren in diesem Prozess nicht alleine unterwegs, sondern haben uns über die Zeit von Filmen, Youtube-Kanälen und Büchern inspirieren lassen.

Ein paar unserer Empfehlungen haben wir dir hier noch aufgelistet. Vielleicht ist auch etwas für dich dabei.

Empfehlungen zum Thema Minimalismus und Konsum – Filme, Dokus, Bücher, Youtube

Falls dich das Thema „Minimalismus“ und Konsum reduzieren noch weiter interessiert, können wir dir die folgenden Bücher, Dokus, Filme sehr empfehlen:

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How to - In 6 Schritten deinen Konsum reduzieren, dabei Geld sparen, und etwas für die Umwelt tun
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Caro
Caro
Hej Du. schön, dass du hier bist! Ich bin Caro, 30 Jahre jung, aus Karlsruhe. Ich habe eine Leidenschaft für Nachhaltigkeit, Umweltschutz, vegane Ernährung, Tiere und Pflanzen. Ich stecke hinter den Beiträgen auf fairlis.de und möchte dir gerne helfen, viel Wissen, Tipps und Inspirationen rund um das Thema Nachhaltigkeit zu sammeln.

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